Die sechs Felder
| Feld | Leitfrage |
|---|---|
| Eingaben | Was geht in den Prozess hinein, etwa Aufträge, Material, Informationen? |
| Ergebnisse | Was kommt heraus, und wer erhält es? |
| Womit? | Welche Ausrüstung, Software und Infrastruktur werden gebraucht? |
| Mit wem? | Welche Personen und Kompetenzen sind beteiligt? |
| Wie? | Welche Verfahren, Anweisungen und Methoden gelten? |
| Wie wirksam? | Welche Kennzahlen zeigen, ob der Prozess seine Ziele erreicht? |
In der Mitte stehen der Prozessname und der Prozessverantwortliche. Viele Teams ergänzen ein siebtes Feld für Risiken und Chancen, weil ISO 9001 diese je Prozess ausdrücklich verlangt.
Beispiel: Prozess Einkauf
- Eingaben: Bedarfsmeldungen, Stücklisten, freigegebene Lieferantenliste.
- Ergebnisse: Bestellungen, bestätigte Liefertermine, Lieferantenbewertungen.
- Womit: ERP-System, Rahmenverträge, Bestellvorlagen.
- Mit wem: Einkäuferinnen und Einkäufer, Qualitätssicherung für Lieferantenfreigaben.
- Wie: Verfahren Einkauf und Lieferantenbewertung, Bestellbedingungen.
- Wie wirksam: Liefertreue, Beanstandungsquote, Einkaufsdurchlaufzeit.
Wofür man es nutzt
Als Prozessbeschreibung ersetzt ein Turtle-Diagramm oft mehrere Seiten Text. Im internen Audit dient es als Gesprächsleitfaden: Der Auditor geht die Felder durch und fragt nach Nachweisen. Es passt gut zum prozessorientierten Ansatz, weil es Schnittstellen und Kennzahlen sichtbar macht.
Tipps für gute Turtle-Diagramme
- Mit dem Ergebnis beginnen: Wer braucht was in welcher Qualität? Daraus ergeben sich die übrigen Felder leichter.
- Konkrete Dokumente und Systeme nennen statt allgemeiner Begriffe wie „Software“.
- Für jede Kennzahl einen Zielwert angeben, sonst bleibt das Feld „Wie wirksam?“ leer.
- Das Diagramm bei jeder Prozessänderung prüfen und mit dem Prozessverantwortlichen freigeben.
In docxpert umsetzen
Turtle-Diagramme pflegen Sie als gelenkte Dokumente, etwa als Tabelle in der Prozessbeschreibung. Im Prozessmanagement verknüpfen Sie den Prozess mit Verantwortlichem und Dokumenten, sodass Anweisungen aus dem Feld „Wie?“ direkt erreichbar sind.
Häufige Fragen
Verlangt ISO 9001 Turtle-Diagramme?
Nein. Die Norm verlangt, Prozesse mit Eingaben, Ergebnissen, Ressourcen, Verantwortlichkeiten und Kriterien zu bestimmen. Das Turtle-Diagramm ist eine von mehreren Darstellungen dafür.
Was ist der Unterschied zu SIPOC?
SIPOC beschreibt Lieferanten, Eingaben, Prozess, Ergebnisse und Kunden. Das Turtle-Diagramm ergänzt Ressourcen, Personen, Methoden und Kennzahlen.
Wie detailliert sollte ein Turtle-Diagramm sein?
So knapp wie möglich. Es soll auf eine Seite passen und auf detaillierte Dokumente verweisen, statt sie zu wiederholen.
Wer erstellt das Turtle-Diagramm?
Der Prozessverantwortliche gemeinsam mit den Beteiligten. So entsteht ein Bild, das der tatsächlichen Arbeit entspricht.
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