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Glossar · Methoden

Turtle-Diagramm: Prozesse auf einer Seite beschreiben

Das Turtle-Diagramm beschreibt einen Prozess auf einer Seite mit sechs Fragen rund um den Prozess in der Mitte. Seine Form erinnert an eine Schildkröte: Kopf und Schwanz sind Eingaben und Ergebnisse, die vier Beine Ressourcen, Personen, Methoden und Kennzahlen. Die Methode stammt aus der Automobilindustrie und wird dort vor allem in Prozessaudits nach IATF 16949 genutzt.

  • Sechs Felder um den Prozess
  • Aus der Automobilindustrie
  • Für Beschreibung und Audit
Aktualisiert am 13. Oktober 20262 Min. Lesezeit

Die sechs Felder

FeldLeitfrage
EingabenWas geht in den Prozess hinein, etwa Aufträge, Material, Informationen?
ErgebnisseWas kommt heraus, und wer erhält es?
Womit?Welche Ausrüstung, Software und Infrastruktur werden gebraucht?
Mit wem?Welche Personen und Kompetenzen sind beteiligt?
Wie?Welche Verfahren, Anweisungen und Methoden gelten?
Wie wirksam?Welche Kennzahlen zeigen, ob der Prozess seine Ziele erreicht?

In der Mitte stehen der Prozessname und der Prozessverantwortliche. Viele Teams ergänzen ein siebtes Feld für Risiken und Chancen, weil ISO 9001 diese je Prozess ausdrücklich verlangt.

Beispiel: Prozess Einkauf

  • Eingaben: Bedarfsmeldungen, Stücklisten, freigegebene Lieferantenliste.
  • Ergebnisse: Bestellungen, bestätigte Liefertermine, Lieferantenbewertungen.
  • Womit: ERP-System, Rahmenverträge, Bestellvorlagen.
  • Mit wem: Einkäuferinnen und Einkäufer, Qualitätssicherung für Lieferantenfreigaben.
  • Wie: Verfahren Einkauf und Lieferantenbewertung, Bestellbedingungen.
  • Wie wirksam: Liefertreue, Beanstandungsquote, Einkaufsdurchlaufzeit.

Wofür man es nutzt

Als Prozessbeschreibung ersetzt ein Turtle-Diagramm oft mehrere Seiten Text. Im internen Audit dient es als Gesprächsleitfaden: Der Auditor geht die Felder durch und fragt nach Nachweisen. Es passt gut zum prozessorientierten Ansatz, weil es Schnittstellen und Kennzahlen sichtbar macht.

Tipps für gute Turtle-Diagramme

  • Mit dem Ergebnis beginnen: Wer braucht was in welcher Qualität? Daraus ergeben sich die übrigen Felder leichter.
  • Konkrete Dokumente und Systeme nennen statt allgemeiner Begriffe wie „Software“.
  • Für jede Kennzahl einen Zielwert angeben, sonst bleibt das Feld „Wie wirksam?“ leer.
  • Das Diagramm bei jeder Prozessänderung prüfen und mit dem Prozessverantwortlichen freigeben.

In docxpert umsetzen

Turtle-Diagramme pflegen Sie als gelenkte Dokumente, etwa als Tabelle in der Prozessbeschreibung. Im Prozessmanagement verknüpfen Sie den Prozess mit Verantwortlichem und Dokumenten, sodass Anweisungen aus dem Feld „Wie?“ direkt erreichbar sind.

Häufige Fragen

Verlangt ISO 9001 Turtle-Diagramme?

Nein. Die Norm verlangt, Prozesse mit Eingaben, Ergebnissen, Ressourcen, Verantwortlichkeiten und Kriterien zu bestimmen. Das Turtle-Diagramm ist eine von mehreren Darstellungen dafür.

Was ist der Unterschied zu SIPOC?

SIPOC beschreibt Lieferanten, Eingaben, Prozess, Ergebnisse und Kunden. Das Turtle-Diagramm ergänzt Ressourcen, Personen, Methoden und Kennzahlen.

Wie detailliert sollte ein Turtle-Diagramm sein?

So knapp wie möglich. Es soll auf eine Seite passen und auf detaillierte Dokumente verweisen, statt sie zu wiederholen.

Wer erstellt das Turtle-Diagramm?

Der Prozessverantwortliche gemeinsam mit den Beteiligten. So entsteht ein Bild, das der tatsächlichen Arbeit entspricht.

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Checkliste internes Audit ISO 9001

Auditfragen zu allen Kapiteln 4 bis 10 – zum Abhaken und als PDF.